Sind Sportler gute Vorbilder für Unternehmer?

  • Veröffentlicht: 25. September 2015
  • Kategorie: Motivationstipps
  • Autor: Dirk Schmidt

Mitarbeiter und Manager, Vorstände und Geschäftsführer setzen immer mehr auf Motivationstrainings von Referenten, die die Leistungen von Spitzensportlern auf Karriere beziehen. Sport gilt in Augen der Motivationstrainer als Vorbild für Veränderung. In einem Beitrag von N-TV äußern verschiedene Motivationstrainer ihre Meinung zu diesem Thema.

So ist Sport für Hochleistungssportler Joachim Franz das beste Mittel um Werte wie Disziplin, Mut und Vertrauen zu erlernen. Der Autor Reinhard K. Sprenger sieht Statements wie „Gewonnen wird im Kopf“ nicht als Binsenweisheiten an. In seinen Augen ist Fußball ein so gutes Modell für modernes Management, dass er sogar ein Buch darüber geschrieben hat. Der Hamburger Trainer Jens Braak hält es laut N-TV für überzogen, Analogien aus dem Spitzensport auf die Wirtschaft zu beziehen. Er meint die objektiven Kriterien nach denen im Sport entschieden wird sind im Management nicht so einfach, nur der Wettbewerbsgeist sei im Management geeignet. In der Wirtschaft müsse man mehr die Möglichkeit des Scheiterns in Betracht ziehen. Auch Eckart von Hirschhausen ist vom Erkenntnisgewinn von Leistungssportlern für Führungskräfte wenig begeistert. Ein guter Feldspieler ist seiner Meinung nach noch lange kein guter Unternehmer. “Wer hätte gerne Horst Hrubesch in der Strategischen Planung, oder Boris Becker in der Personalführung?” zitiert ihn N-TV.

Ich schließe mich der Meinung von Joachim Franz und Reinhard K. Sprenger an. Keiner von uns sagt, Sie sollen sich die Seele aus dem Leib rennen und werden dadurch der bessere Geschäftsmann. Spitzensportler sind ein gutes Vorbild für Zielstrebigkeit, Disziplin und Leidenschaft. Sie kennen ihre Stärken, bauen diese aus und versuchen Schwächen in Stärken umzuwandeln. Sie lassen sich durch Niederlagen nicht entmutigen, sondern nehmen sie als Antrieb, sich zu verbessern. Das sind die Dinge, die wir von ihnen lernen können. Keiner von uns empfiehlt Ihnen Boris Becker in die Personalführung setzen. Denn das könnte Sie plötzlich unzählige Praktikantinnen und Mutterschaftsurlaube kosten.

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